Was sind Scherkräfte?
Scherkräfte entstehen, wenn Haut und tiefer liegendes Gewebe gegeneinander verschoben werden. Ein typisches Beispiel: Eine Person rutscht bei hochgestelltem Kopfteil im Bett nach unten. Die Haut haftet teilweise an der Unterlage, während Knochen und tieferes Gewebe nach unten gleiten. Dadurch können Blutgefäße zusammengedrückt oder verzogen und das Gewebe geschädigt werden – auch wenn an der Haut zunächst wenig zu sehen ist.
Was sind Reibungskräfte?
Reibung entsteht, wenn die Haut über Bettwäsche, Kleidung oder eine andere Oberfläche gezogen wird. Dadurch kann besonders die oberste Hautschicht gereizt oder verletzt werden. Feuchte oder empfindliche Haut ist dabei besonders gefährdet.
Wann entstehen diese Kräfte besonders häufig?
- beim Hochziehen oder Verschieben einer Person im Bett
- wenn eine Person bei erhöhtem Kopfteil immer wieder nach unten rutscht
- beim Umsetzen vom Bett in den Rollstuhl oder Sessel
- wenn Arme, Beine oder Fersen über die Unterlage gezogen werden
- bei ungünstiger Sitzposition und wiederholtem Nach-vorne-Rutschen im Stuhl oder Rollstuhl
So können Sie vorbeugen
- Die Person möglichst nicht über Bettlaken oder Sitzflächen ziehen oder schleifen.
- Wenn möglich, die Person zum Mithelfen und zur Eigenbewegung anregen.
- Zum Bewegen geeignete Transfer- und Positionierungshilfen verwenden und sich deren Anwendung von einer Pflegefachkraft zeigen lassen.
- Das Kopfteil nur so weit und so lange erhöhen, wie es für die individuelle Situation erforderlich ist; dabei darauf achten, ob die Person nach unten rutscht.
- Auf eine stabile, bequeme Sitz- und Liegeposition achten und ein wiederholtes Herabrutschen vermeiden.
- Haut und Bettwäsche möglichst trocken, sauber und faltenfrei halten.
- Beim Positionieren nicht nur die Hautoberfläche, sondern auch Schmerzen und auffällige Hautveränderungen beachten.
Merke: Den Patienten nicht ziehen oder schleifen – möglichst anheben, unterstützen und sicher positionieren.
Wichtig: Bei stark eingeschränkter Beweglichkeit sollten pflegende Angehörige geeignete Bewegungs-, Transfer- und Positionierungstechniken erlernen und praktische Hilfsmittel zur Erleichterung von Mobilisation und Transfer wie Gleitmatten, Bettgriffe, Aufstehhilfen, Transfer- und Hebegurte, Transfer- bzw. Rutschbretter und Drehscheiben nutzen.