Wie lagern und positionieren Sie Ihren Angehörigen richtig?

Wichtig: Es gibt keinen Lagerungsplan, der für jeden Menschen gleichermaßen richtig ist. Häufigkeit und Art der Positionierung richten sich nach Beweglichkeit, Hautzustand, Dekubitusrisiko, Schmerzen, Erkrankungen und eingesetzten Hilfsmitteln. Lassen Sie sich geeignete Maßnahmen möglichst von einer Pflegefachkraft zeigen – mehr dazu unter Lernen durch Schulung und Anleitung.

Grundsätze für die Positionierung

Folgende Grundsätze sind bei der Positionierung immer hilfreich:

1

Eigenbewegung fördern

Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, seine Position regelmäßig selbst zu verändern. Auch kleine Gewichtsverlagerungen können Druck reduzieren. Unterstützen Sie nur so viel wie nötig.

2

Position regelmäßig verändern – nicht starr nach der Uhr

Kann sich Ihr Angehöriger nicht ausreichend selbst bewegen, sind regelmäßige Positionswechsel wichtig. Eine pauschale Regel wie „alle zwei Stunden“ passt nicht für jeden. Entscheidend ist, wie die Haut auf die Belastung reagiert. Häufigkeit und Art sollten individuell festgelegt, regelmäßig überprüft und angepasst werden.

3

Gefährdete Stellen gezielt entlasten

Besonders gefährdet sind Kreuzbein und Gesäß, Fersen, Hüften, Knöchel, Ellenbogen, Schulterblätter und Hinterkopf. Vermeiden Sie dort starken oder lang anhaltenden Druck. Bei gefährdeten Fersen sollte eine vollständige Druckentlastung („Freilagerung“) erfolgen.

4

Unterschiedliche Positionen nutzen

Je nach Situation können Rückenlage, geeignete Seitenpositionierungen oder kleine Positionsveränderungen bzw. Mikrolagerungen sinnvoll sein. Nicht jede Position ist für jeden geeignet. Schmerzen, Atmung, Beweglichkeit, Erkrankungen und Wohlbefinden müssen berücksichtigt werden.

5

Scherkräfte vermeiden

Ziehen oder schieben Sie die Person möglichst nicht über das Bettlaken. Dadurch können Haut und tiefer liegendes Gewebe gegeneinander verschoben werden. Geeignete Transfer- und Positionierungshilfen können helfen. Auch beim Hochstellen des Kopfteils darauf achten, dass die Person nicht ständig nach unten rutscht.

6

Hautreaktion kontrollieren

Beobachten Sie gefährdete Hautstellen regelmäßig. Eine nicht wegdrückbare Rötung ist ein Warnzeichen. Auch Schmerzen, Verhärtungen, ungewöhnliche Wärme oder Kälte sowie dunkelrote, violette oder livide Verfärbungen müssen ernst genommen werden.

7

Hilfsmittel richtig einsetzen

Druckentlastende Matratzen, Sitzkissen und Positionierungshilfen können die Druckbelastung reduzieren. Sie müssen zum individuellen Risiko passen und richtig angewendet werden. Auch bei Verwendung eines Hilfsmittels bleiben Hautkontrolle, Bewegung und gegebenenfalls Positionswechsel wichtig.

8

Wohlbefinden und Sicherheit beachten

Eine Positionierung soll Druck reduzieren, aber zugleich sicher und möglichst angenehm sein. Achten Sie auf Schmerzen, Unruhe, Atemprobleme oder andere Beschwerden. Ungeeignete oder schmerzhafte Positionen sollten nicht erzwungen werden.

Pflegefachkraft und Angehörige positionieren einen Mann mit einem Lagerungskissen in Seitenlage

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